Filmentwickeln ist ganz einfach! Teil 2
Das Entwickeln von
Schwarzweißfilmen ist eine einfache Angelegenheit: Folgen Sie
nur dieser Anleitung sorgfältig Schritt für Schritt, und
Sie können praktisch sicher sein, schon beim ersten Mal alles
richtig zu machen. Dennoch wäre es kein guter Einfall, mit der
Entwicklung eines wichtigen Hochzeitsfilms oder unwiederholbaren Urlaubsaufnahmen
zu beginnen.
Der für den Anfänger schwierigste Teil der Verarbeitung ist das Einspulen
des Films in die Spirale der Entwicklungsdose. Achten Sie dabei darauf, daß die
Spirale völlig trocken ist - der Film gleitet sonst nicht richtig in den
Führungsrillen und verklemmt sich. Die spiralförmigen Führungsrillen
sorgen für den nötigen Abstand der einzelnen Filmwindungen voneinander,
damit der Entwickler und die anderen Verarbeitungslösungen dazwischen
frei zirkulieren können. Wenn der Film nicht korrekt eingespult ist, wird
er ungleichmäßig entwickelt, und es entstehen fleckige Bilder.
Üben Sie das Einspulen des Films erst mit einem alten oder Ausschußfilm
bei Tageslicht, bis Sie es richtig beherrschen. Versuchen Sie es dann erst noch
mit geschlossenen Augen, und wenn auch das gut funktioniert, können Sie
es mit dem richtigen Film, den Sie entwickeln wollen, im Dunkeln machen.
|
|
|
|
4 Weitere LösungenWenn Sie drei 500-ml-Meßzylinder oder -Plastikbecher haben, setzen Sie ebenso in den erforderlichen Verdünnungsgraden auch Stopp- und Fixierbad an. Vor dem Abmessen der Konzentrate spülen Sie den Meßzylinder jedesmal gründlich aus. Fürs Stoppbad messen Sie 1/20 des benötigten Volumens, für 300 ml also 15 ml AMALOCO S 10 ab und geben es zur Restmenge (285 ml) Wasser. Für das Fixierbad messen Sie 1/5 des Volumens, für 300 ml also 60 ml X 55 ab und gießen es zur Restmenge (240 ml) Wasser. Halten Sie die Lösungen, falls es kalt ist, in einem Wasserbad temperiert. |
5 Patrone öffnenEntwicklungsdose, Deckel, Spiraleinsatz und Schere müssen jetzt so vor Ihnen liegen, daß Sie alles im Dunkeln sicher ertasten können. Halten Sie Ihre Filmpatrone und den Patronenöffner bereit und schalten Sie das Licht aus. Hebeln Sie eine Endkappe der Patrone (wie eine Getränkeflaschenkapsel) mit dem Patronenöffner ab und ziehen Sie den Spulenkern mit dem aufgerollten Film ein kleines Stück heraus. Ertasten Sie den Filmanfang, stecken Sie ihn in den Patronenschlitz und schieben Sie den aufgewickelten Film wieder in die Patrone zurück. So verhindern Sie, daß etwa 11/2 m loser Film zu Boden fallen und staubig werden oder zerkratzen kann. |
6 Film zuschneidenZiehen Sie den Filmanfang so weit aus dem Patronenschlitz, daß etwas mehr als nur die schmaler zugeschnittene Lasche herausragt. Schneiden Sie den Anfang unmittelbar nach dem schmalen Teil ab. Halten Sie dabei die Patrone so, daß Sie sich nicht in Ihre Fingerspitzen schneiden können. Falls Sie es ertasten können, versuchen Sie, den Film nicht in den Perforationslöchern, sondern im Steg dazwischen durchzuschneiden. |
7 Film einspulenNehmen Sie den Spiraleinsatz zur Hand und ertasten Sie innen im Rand die Kerben am Anfang der Führungsrillen. Wenn sich beide Spiraleinsatz-Seitenteile gegeneinander verdrehen lassen, bringen Sie sie in die Position, daß der Anfang beider Führungsrillen auf gleicher Höhe und Ihnen zugewandt liegt. Schieben Sie den Filmanfang zwischen den Randkerben ein paar Zentimeter tief in die Führungsrillen. Halten Sie den Filmanfang fest und ziehen Sie ein weiteres Filmstück aus der Patrone. Je nach Spiralenkonstruktion können Sie den Film durch wechselweises Verdrehen der Seitenteile schrittweise einziehen oder müssen ihn hineinschieben. |
8 in die Dose legenSetzen Sie Schritt 7 so lange fort, bis Sie am Filmende angelangt sind. Beachten Sie ggf. die Bedienungsanleitung der Entwicklungsdose. Schneiden Sie den Film möglichst dicht an dem am Spulenkern befestigten Ende ab (die letzte Aufnahme kann relativ nahe am Ende liegen!). Ziehen Sie den Film noch ein Stück in die Spiralen-Führungsrillen hinein, damit das Ende nicht wieder herausrutschen kann. Legen Sie die Spirale mit dem Film in die Dose. Wenn sie einen Dichtungsring hat, achten Sie darauf, daß er gut sitzt. Schrauben Sie den Dosendeckel fest auf. Der Film ist nun lichtdicht verschlossen, so daß Sie das Licht wieder einschalten können. |
9 entwickelnDie Entwicklerlösung
sollte eine Temperatur von 20°C, bei niedrigerer Raumtemperatur
besser 21°C haben (damit der Temperaturabfall während der
Verarbeitung aufgefangen wird). Starten Sie die Entwicklung durch
zügiges, also gleichmäßiges und möglichst schnelles
Eingießen der Entwicklerlösung. Starten Sie Ihren Timer,
sobald das Eingießen beendet ist. |
10 Dose kippenStecken Sie die Deckelverschluß kappe auf und kippen Sie die Entwicklungsdose viermal um 180°, um den Entwickler in der Dose zu bewegen. Wenn Sie die Dose dann wieder auf den Tisch stellen, stoßen Sie sie fest auf, damit sich eventuell an der Filmoberfläche haftende Luftblasen lösen. Wiederholen Sie das viermalige Kippen und Aufstoßen der Dose auf die Tischplatte nach jeder vollen Minute bis zum Ablauf der Entwicklungszeit. So gewährleisten Sie, daß immer wieder unverbrauchte Entwicklerlösung mit der Filmschicht (Emulsion) in Berührung kommt und keine Flecken durch Luftblasen entstehen. |
11 ausgießenDer Film 100
DELTA PROFESSIONAL benötigt 4.5 Minuten zum Entwicklen in
AM 74 in Verdünnung 1+7 bei 20°C. Beginnen Sie daher
15 Sekunden vor Ablauf der 4.5 Minuten mit dem Ausgießen
der Entwicklerlösung
aus der Dose (dazu nur die Verschlußkappe, nicht den Deckel öffnen!).
Gießen Sie zügig, damit Sie möglichst genau dann
damit fertig sind, wenn der Timer 4.5 Minuten anzeigt. Sie brauchen
nicht zu warten, bis der allerletzte Tropfen Lösung heraustropft. |
12 Stopp und FixGießen Sie die Stoppbadlösung (ca. 20°C) durch die lichtdichte Deckelöffnung in die Dose, setzen Sie die Verschlußkappe wieder auf und kippen Sie die Dose zweimal. Gießen Sie das Stoppbad nach 10 Sekunden in den Ausguß (es ist fürs Abwasser unter Umweltschutzaspekten unproblematisch). Stellen Sie den Timer auf Null zurück. Füllen Sie nun die vorbereitete Fixierbadlösung (ca. 20°C) zügig in die Dose. Starten Sie den Timer und bewegen Sie die Dose genau wie während der Entwicklung bis zum Ablauf der Fixierzeit von 2 Minuten. Gießen Sie das gebrauchte Fixierbad zur Wiederverwendung in einen deutlich beschrifteten Behälter. |
13 wässernNachdem der Film
fixiert ist, können Sie den Dosendeckel öffnen - der Film
ist jetzt nicht mehr lichtempfindlich. Wenn Ihnen Leitungswasser
von ca. 20°C zur Verfügung steht, lassen Sie es über
einen Gummischlauch in die Dose laufen. Stecken Sie das Schlauchende
dazu tief in den Spiralenkern bis zum Boden der Dose; so erhalten
Sie einen sehr wirksamen Wasserstrom an der Filmoberfläche.
Wässern Sie den Film 5 bis 10 Minuten im fließenden Wasser. |
14 NetzmittelSetzen Sie dem letzten Wässerungswasser einen Tropfen Netzmittel H 10 zu und bewegen Sie darin kurz die Spirale mit dem Film. Nehmen Sie dann die Spirale aus der Dose. Ziehen Sie das Filmende ein kleines Stück aus der Spirale und klammern Sie eine Filmklammer daran. Falls die Klammer nicht fest genug hält, schlagen Sie das Filmende doppelt um und fixieren daran die Klammer. Wenn Sie eine leichte Filmklammer mit Öse oder Haken und eine schwere Filmklammer (z.B. mit Bleigewicht) haben, nehmen Sie hier die schwere Klammer, die später beim Aufhängen des Films die untere sein wird. |
15 aufhängenHalten Sie das Filmende an der Klammer hoch und lassen Sie den aufgewickelten Film vorsichtig aus der Spirale laufen. Achten Sie darauf, daß der Film nicht den Fußboden berührt (der ist immer etwas staubig!). Streifen Sie mit einer Filmabstreifzange oder notfalls zwischen sauberen Fingern mit sanftem Druck von der Klammer aus nach unten den Film ab, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Fixieren Sie dann am anderen Ende die zweite (leichte) Klammer und hängen Sie den Film mit dieser nach oben (also mit der schweren Klammer unten) an einem Haken oder Nagel in mindestens 1,80 m Höhe auf. |
16 trocknenDas Umdrehen des Films nach dem Abstreifen bringt das nassere, da nicht abgestreifte Filmende mit der schwereren Klammer nach unten, so daß dieses Wasser nicht über die Negative laufen und Trockenflecken bilden kann. Stellen Sie bei empfindichem Boden eine Auffangschale unter den Film. Lassen Sie den Film an einem staubfreien Ort trocknen; bei Zimmertemperatur und normaler Luftfeuchtigkeit dauert das kaum eine halbe Stunde. Sie können das Trocknen mit einem auf niedrigste Heiz-/Gebläsestufe gestellten Haartrockner beschleunigen, den Sie ihn in ca. 30 cm Abstand hin und her bewegen. |
17 kontrollierenPrüfen Sie die Negative erst, wenn Sie ganz trocken sind. Im nassen Zustand ist die Filmschicht extrem kratzempfindlich! Der unbelichtete Filmrand sollte klar und die Randsignierung (Bildnummern) gut lesbar sein. Ein richtig belichteter Film sollte eine volle Tonwertskala bieten, die fast völlig transparente Bereiche (ähnlich dem Perforationsrand) und so dunkle Partien umfaßt, daß Sie dort einen untergelegten gedruckten Text auf weißem Papier gerade noch erkennen können. Fassen Sie den Filmstreifen immer nur am Rand an; Fingerabdrücke auf den Negativen sind später auf den Vergrößerungen sichtbar! |
18 Film eintaschenDie beste Film-Archivierungs- möglichkeit ist das Eintaschen in Negativhüllen, die meistens sieben Streifen zu je sechs Bildern aufnehmen können. Pergamin-taschen sind am billigsten, klare Azetathüllen ermöglichen die exakte (Lupen-) Betrachtung der Negative, ohne sie herausnehmen zu müssen. Bevor Sie den Film passend zerschneiden, zählen Sie die Aufnahmen; ein 36er Film kann auch 37 oder 38 Bilder enthalten. Beim Schneiden können Sie fehlbelichtete oder mißlungene Aufnahmen evtl. entfernen. Notieren Sie am Rand der Negativhülle Motive und Datum. Der Film ist nun fertig zum Vergrößern. |



















